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und der erstere den letztem durch die Mittelgestaltder Statue zum Nachschauen veranlasst: so sieht derepische Dichter die gleiche lebendige Gestalt und willsie auch anderen zum Anschauen vorführen. Aber erstellt keine Statue mehr zwischen sich und den Menschen:er erzählt vielmehr, wie jene Gestalt ihr Leben beweist,in Bewegung, Ton, Wort, Handlung, er zwingt uns eineMenge Wirkungen zur Ursache zurückzuführen, er nöthigtuns zu einer künstlerischen Composition. Er hat seinZiel erreicht, wenn wir die Gestalt oder die Gruppe oderdas Bild deutlich vor uns sehen, wenn er uns jenentraumhaften Zustand mittheilt, in dem er selbst zuerstjene Vorstellungen erzeugte. Die Aufforderung desEpos zum plastischen Schaffen beweist, wie absolutverschieden die Lyrik vom Epos ist, da jene niemals dasFormen von Bildern als Ziel hat. Das Gemeinsamezwischen beiden ist nur etwas Stoffliches, das Wort,noch allgemeiner der Begriff: wenn wir von Poesiereden, so haben wir damit keine Kategorie, die mit derbildenden Kunst und der Musik coordinirt wäre, sonderneine Conglutination von zwei in sich total verschiedenenKunstmitteln, von denen das eine einen Weg zur bilden-den Kunst, das andere einen Weg zur Musik bedeutet:beide aber sind nur Wege zum Kunstschaffen, nichtKünste selbst. In diesem Sinne sind natürlich auchMalerei und Sculptur nur Kunstmittel: die eigentlicheKunst ist das Erschaffenkönnen von Bildern, gleichgültigob dies das Vorschaffen oder Nachschaffen ist. Aufdieser Eigenschaft, einer allgemein menschlichen, beruhtdie Cultur-Bedeutung der Kunst. Der Künstler — alsder durch Kunstmittel zur Kunst nöthigende — kannnicht zugleich das aufsaugende Organ der Kunstbethä-tigung sein.