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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Die Musik ist eine Sprache, die einer unendlichenVerdeutlichung fähig ist.

Die Sprache deutet nur durch Begriffe, also durchdas Medium des Gedankens entsteht die Mitempfindung.Dies setzt ihr eine Grenze.

Dies gilt nur von der objectiven Schriftsprache, dieWortsprache ist tönend: und die Intervalle, die Rhythmen,die Tempis, die Stärke und Betonung sind alle symbo-lisch für den darzustellenden Gefühlsinhalt. Dies ist zu-gleich alles der Musik zu eigen.

Die grösste Masse des Gefühls aber äussert sichnicht durch Worte. Und auch das Wort deutet ebennur hin: es ist die Oberfläche der bewegten See, währendsie in der Tiefe stürmt. Hier ist die Grenze des Wort-dramas. Unfähigkeit das Nebeneinander darzustellen.

Ungeheurer Process des Veraltens in der Musik:alles Symbolische kann nachgemacht werden und dadurchtodtgemacht: fortwährende Entwicklung derPhrase.

Darin ist die Musik eine der flüchtigsten Künste, jasie hat etwas von der Kunst des Mimen. Nur pflegtdas Gefühlsleben der Meister eine geraume Zeit vorauszu sein. Entwicklung der unverständlichen Hieroglyphebis zur Phrase.

Die Dichtung ist häufig auf einem Wege zur Musik:indem sie d ; e allerzartesten Begriffe aufsucht, in derenBereich das Grobmaterielle des Begriffs fast ent-schwindet

27.

Wort und Musik in der Oper. Die Worte sollenuns die Musik deuten, die Musik aber spricht die Seele