wir einen Vermittler zwischen uns und der Idee haben(das was die Katholischen einen Heiligen, ein classischesexemplum nennen), wenn unsre Zeit nicht in Schreckengerathen wäre beim Hervorbrechen der allgewaltigenNaturkraft und durch Korybantenlärm ihrer Furcht sichzu entledigen suchte: indess lebt und stirbt der Heilige,ungekannt, doch der Nachwelt zum rührenden Gedächtniss!
12.
Die Typen der grossen tragischen Gestalten sind diegrossen zeitgenössischen Männer: die äschyleischen Hel-den haben mit Heraklit Verwandtschaft.
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Ich komme immer wieder darauf, dass Euripides dieConsequenzen des Volksglaubens übertreibend an’s Lichtstellen wollte: vornehmlich in den Bacchen: er warnt vorden Mythen, zeigt z. B. Aphrodite, die einen reinenJüngling zu Grunde richtet, Hera und Iris, die Heraklesin Raserei versetzen, dass er Weib und Kind erwürgt.Sollte nicht Ironie sein der Vers der Bacchen?
Was fromme Väter uns gelehrt, was uns die ZeitVorlängst geheiligt, kein Vernünfteln stösst es um,
Auch wenn’s der höchste Menschengeist ausklügelte.
14.
Der Mangel der Musik, anderseits die übertriebenemonologische Entwicklung des Gefühls nöthigte das Her-vortreten der Dialektik heraus: das musikalische Pathosim Dialog fehlt.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Bd, IX.
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