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nicht durch die Neuheit des Stoffs, durch die Über-raschungen der Fabel packen: sondern durch die pathe-tischen Scenen, die er aus der dürren Fabel schafft. Vorallem aber will er durch den Prolog den Zuhörer be-lehren, wie er sich die Fabel gemodelt hqt: damit derZuhörer nicht mit falschen Präsumptionen dasitzt.
5 -
Die griechische Tragödie ist von maassvollster Phan-tasie: nicht aus Mangel an derselben, wie die Komödiebeweist, sondern aus einem bewussten Princip. Gegen-satz dazu die englische Tragödie mit ihrem phantastischenRealismus, viel jugendlicher, sinnlich ungestümer, diony-sischer, traumtrunkener.
6 .
Das Poetische, abstrahirt aus dem Epos und derLyrik, kann unmöglich zugleich die Gesetze für die dra-matische Poesie enthalten. Dort wird alles auf die nach-schaffende Phantasie des Hörers hin gesagt: hier ist allesgegenwärtig und anschaulich, die Phantasie wird nieder-gehalten durch die wechselnden Bilder.
7 -
Sehr wichtig, dass das Drama nicht unmittelbar aus demEpos entspringt: wie dies bei dem englischen deutschenfranzösischen Drama ist: sondern aus einer musikalisch-lyrischen Epik. Denken wir an den Pythios Nomos desSakadas: zu dem, was hier die Musik darstellte, wurdenBilder gestellt: natürlich mussten bekannte Stoffe ge-nommen werden, damit nicht zuviel zu entwickeln blieb,