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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
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eines neuen Kunstzweiges, denen daher alle späterenFrüchte, die auf dem neuen Zweige gewachsen sind,dankbarlich gewidmet wurden.

Und zwar gehört auch jener wunderbarste Genius,dem wir Ilias und Odyssee verdanken, zu dieser dank-baren Nachwelt; auch er opferte seinen Namen auf demAltäre des uralten Vaters der epischen Heroendichtung,des Homeros.

Bis zu diesem Punkte und in strengem Fernhaltenaller Einzelheiten habe ich Ihnen, hochverehrte An-wesende, die philosophischen und ästhetischen Grund-züge des homerischen Persönlichkeitsproblems vorzufuhrengedacht: in der Voraussetzung, dass die Grundformationenjenes weitverzweigten und tief zerklüfteten Gebirgs, wel-ches als die homerische Frage bekannt ist, sich amschärfsten und deutlichsten in möglichst weiter Entfer-nung und von der Höhe herab aufzeigen lassen. Zugleichaber bilde ich mir ein, jenen Freunden des Alterthums,die uns Philologen so gern Mangel an Pietät gegengrosse Begriffe und eine unproductive Zerstörungslustvorwerfen, an einem Beispiel zwei Thatsachen ins Ge-dächtnis gerufen zu haben. Erstens nämlich waren jenegrossen Begriffe wie zum Beispiel der vom unantastbareneinen und ungetheilten Dichtergenius Homer in der Vor-Wolfschen Periode thatsächlich nur zu grosse und daherinnerlich sehr leere und bei derbem Zufassen zerbrechlicheBegriffe; wenn die classische Philologie jetzt wieder aufdieselben Begriffe zurückkommt, so sind es nur scheinbarnoch die alten Schläuche; in Wahrheit ist alles neu ge-worden, Schlauch und Geist, Wein und Wort. Überallspürt man es, dass die Philologen fast ein Jahrhundertlang mit Dichtern, Denkern und Künstlern zusammen-gelebt haben. Daher kommt es, dass jener Aschen- und