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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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trefflichkeit zu erklären? Jetzt schärfte sich der Blickfür das, worin jene Vortreiflichkeit und Singularität zufinden sei. Unmöglich in der Anlage der Gesammt-werke, sagte die eine Partei, denn diese ist durch unddurch mangelhaft, wohl aber in dem einzelnen Liede, indem Einzelnen überhaupt, nicht im Ganzen. Dagegenmachte eine andre Partei für sich die Autorität desAristoteles geltend, der gerade in dem Entwürfe undder Auswahl des Ganzen diegöttliche Natur Homersam höchsten bewunderte; wenn dieser Entwurf nicht sodeutlich hervortrete, so sei dies ein Mangel, der derÜberlieferung, nicht dem Dichter zuzumessen sei, dieFolge von Überarbeitungen und Einschiebungen, durchdie der ursprüngliche Kern allmählich verhüllt wordensei. Je mehr die erstere Richtung nach Unebenheiten,Widersprüchen und Verwirrungen suchte, um so ent-schiedener warf die andre weg, was nach ihrem Gefühlden ursprünglichen Plan verdunkelte, um womöglich dasausgeschälte Urepos in den Händen zu halten. Es lagim Wesen der zweiten Richtung, dass sie am Begriffeines epochemachenden Genius als des Stifters grosserkunstvoller Epen festhielt. Dagegen schwankte dieandere Richtung hin und her zwischen der Annahmeeines Genius und einer Anzahl geringerer Nachdichterund einer andern Hypothese, die überhaupt nur einerReihe tüchtiger aber mittelmässiger Sängerindividualitätenbedarf, aber ein geheimnissvolles Fortströmen, einen tiefenkünstlerischen Volkstrieb voraussetzt, der sich in demeinzelnen Sänger als einem fast gleichgültigen Mediumoffenbart. In der Consequenz dieser Richtung liegt es,die unvergleichlichen Vorzüge der homerischen Dich-tungen als den Ausdruck jenes geheimnissvoll hinströmen-den Triebes darzustellen.