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Angesichts eines gelehrten Buches. — Wirgehören nicht zu Denen, die erst zwischen Büchern, aufden Anstoss von Büchern zu Gedanken kommen —unsre Gewohnheit ist, im Freien zu denken, gehend,springend, steigend, tanzend, am liebsten auf einsamenBergen, oder dicht am Meere, da wo selbst die Wegenachdenklich werden. Unsre ersten Werthfragen, in Be-zug auf Buch, Mensch und Musik, lauten: „kann ergehen? mehr noch, kann er tanzen?“ . . . Wir lesen selten,wir lesen darum nicht schlechter — oh wie rasch er-rathen wir’s, wie Einer auf seine Gedanken gekommenist, ob sitzend, vor dem Tintenfass, mit zusammenge-drücktem Bauche, den Kopf über das Papier gebeugt:oh wie rasch sind wir auch mit seinem Buche fertig!Das geklemmte Eingeweide verräth sich, darauf darfman wetten, ebenso wie sich Stubenluft, Stubendecke,Stubenenge verräth. — Das waren meine Gefühle, alsich eben ein rechtschaffnes gelehrtes Buch zuschlug,dankbar, sehr dankbar, aber auch erleichtert . . . Andem Buche eines Gelehrten ist fast immer auch etwasDrückendes, Gedrücktes: der „Specialist“ kommt irgend-wo zum Vorschein, sein Eifer, sein Ernst, sein Ingrimm,seine Überschätzung des Winkels, in dem er sitzt undspinnt, sein Buckel, — jeder Specialist hat seinen Buckel.Ein Gelehrten - Buch spiegelt immer auch eine krumm-gezogne Seele: jedes Handwerk zieht krumm. Mansehe seine Freunde wieder, mit denen man jung war,nachdem sie Besitz von ihrer Wissenschaft ergriffenhaben: ach, wie auch immer das Umgekehrte geschehnist! Ach, wie sie selbst auf immer nunmehr von ihrbesetzt und besessen sind! In ihre Ecke ein gewachsen,