Druckschrift 
Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

293

in Mittheilungszeichen, womit sich die Herkunftdes Bewusstseins selber aufdeckt. Kurz gesagt, die Ent-wicklung der Sprache und die Entwicklung des Bewusst-seins (nicht der Vernunft, sondern allein des Sich-bewusst-Werdens der Vernunft) gehen Hand in Hand.Man nehme hinzu, dass nicht nur die Sprache zur Brückezwischen Mensch und Mensch dient, sondern auch derBlick, der Druck, die Gebärde; das Bewusstwerdenunserer Sinneseindrücke bei uns selbst, die Kraft, siefixiren zu können und gleichsam ausser uns zu stellen,hat in dem Maasse zugenommen, als die Nöthigungwuchs, sie Andern durch Zeichen zu übermitteln. DerZeichen-erfindende Mensch ist zugleich der immer schär-fer seiner selbst bewusste Mensch; erst als sociales Thierlernte der Mensch seiner selbst bewusst werden, — erthut es noch, er thut es immer mehr. — Mein Gedankeist, wie man sieht: dass das Bewusstsein nicht eigentlichzur Individual-Existenz des Menschen gehört, vielmehrzu Dem, was an ihm Gemeinschafts- und Heerden-Naturist; dass es, wie daraus folgt, auch nur in Bezug aufGemeinschafts- und Heerden-Nützlichkeit fein entwickeltist, und dass folglich Jeder von uns, beim besten Willen,sich selbst so individuell wie möglich zu verstehen,„sich selbst zu kennen“, doch immer nur gerade dasNicht-Individuelle an sich zum Bewusstsein bringen wird,sein „Durchschnittliches“, — dass unser Gedanke selbstfortwährend durch den Charakter des Bewusstsein —durch den in ihm gebietenden „Genius der Gattung“ —gleichsam majorisirt und in die Heerden-Perspectivezurück - übersetzt wird. Unsre Handlungen sind imGrunde allesammt auf eine unvergleichliche Weise per-sönlich, einzig, unbegrenzt-individuell, es ist kein Zweifel;

j;

1

i

j ■

1 ;■

y *■

.?■

y <!

*i •

•/ ’•

t*

i 4'

i T

-■■v.

k

aber sobald wir sie in’s Bewusstsein übersetzen, scheinen