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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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Das Volk empfindet solche geopferte stillgewordne ernsteMenschen des „Glaubens“ als weise, das heisst alsWissend-Gewordene, als „Sichere“ im Verhältniss zureignen Unsicherheit: wer würde ihm das AVort und dieseEhrfurcht nehmen mögen? — Aber, wie es umgekehrtbillig ist, unter Philosophen gilt auch ein Priester immernoch als „Volk“ und nicht als Wissender, vor Allem,weil sie selbst nicht an „Wissende“ glauben und eben indiesem Glauben und Aberglauben schon „Volk“ riechen.Die Bescheidenheit war es, welche in Griechenlanddas Wort „Philosoph“ erfunden hat und den prachtvollenÜbermuth, sich weise zu nennen, den Schauspielern desGeistes überliess, — die Bescheidenheit solcher Ungethümevon Stolz und Selbstherrlichkeit, wie Pythagoras, wiePlato —.

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Inwiefern Moral kaum entbehrlich ist. — Dernackte Mensch ist im Allgemeinen ein schändlicher An-blick — ich rede von uns Europäern (und nicht einmalvon den Europäerinnen!) Angenommen, die froheste Tisch-gesellschaft sähe sich plötzlich durch die Tücke einesZauberers enthüllt und ausgekleidet, ich glaube, dassnicht nur der Frohsinn dahin und der stärkste Appetitentmuthigt wäre, — es scheint, wir Europäer können jenerMaskerade durchaus nicht entbehren, die Kleidung heisst.Sollte aber die Verkleidung der „moralischen Menschen“,ihre Verhüllung unter moralische Formeln und Anstands-begriffe, das g'anze wohlwollende Verstecken unsrerHandlungen unter die Begriffe Pflicht, Tugend, Gemein-sinn, Ehrenhaftigkeit, Selbstverleugnung, nicht seine ebenso guten Gründe haben? Nicht dass ich vermeinte, hier-bei sollte etwa die menschliche Bosheit und Niederträch-