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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
283
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Von der Herkunft der Gelehrten. — Der Ge-lehrte wächst in Europa aus aller Art Stand und gesell-schaftlicher Bedingung heraus, als eine Pflanze, die keinesspecifischen Erdreichs bedarf: darum gehört er, wesent-lich und unfreiwillig, zu den Trägern des demokratischenGedankens. Aber diese Herkunft verräth sich. Hatman seinen Blick etwas dafür eingeschult, an einem ge-lehrten Buche, einer wissenschaftlichen Abhandlung dieintellectuelle Idiosynkrasie des Gelehrten — jederGelehrte hat eine solche — herauszuerkennen und aufder That zu ertappen, so wird man fast immer hinter ihrdie „Vorgeschichte“ des Gelehrten, seine Familie, in Son-derheit deren Berufsarten und Handwerke zu Gesicht be-kommen. Wo das Gefühl zum Ausdruck kommt „dasist nunmehr bewiesen, hiermit bin ich fertig“, da ist esgemeinhin der Vorfahr im Blute und Instincte des Ge-lehrten, welcher von seinem Gesichtswinkel aus die „ge-machte Arbeit“ gutheisst, — der Glaube an den Beweisist nur ein Symptom davon, was in einem arbeitsamenGeschlechte von Alters her als „gute Arbeit“ angesehnworden ist. Ein Beispiel: die Söhne von Registratorenund Büreauschreibern jeder Art, deren Plauptaufgabeimmer war, ein vielfältiges Material zu ordnen, in Schub-fächer zu vertheilen, überhaupt zu schematisiren, zeigen,falls sie Gelehrte werden, eine Vorneigung dafür, einProblem beinahe damit für gelöst zu halten, dass sie esschematisirt haben. Es giebt Philosophen, welche imGrunde nur schematische Köpfe sind — ihnen ist dasFormale des väterlichen Flandwerks zum Inhalte gewor-den. Das Talent zu Classificationen, zu Kategorientafelnverräth Etwas; man ist nicht ungestraft das Kind seiner