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er hätte ihn nöthig, so würde er ihn auch immer wiederfür „wahr“ halten, — gemäss jenem berühmten „Beweiseder Kraft“, von dem die Bibel redet. Metaphysik habenEinige noch nöthig; aber auch jenes ungestüme Ver-langen nach Gewissheit, welches sich heute inbreiten Massen wissenschaftlich-positivistisch entladet, dasVerlangen, durchaus etwas fest haben zu wollen (wäh-rend man es wegen der Hitze dieses Verlangens mit derBegründung der Sicherheit leichter und lässlicher nimmt):auch Das ist noch das Verlangen nach Halt, Stütze, kurzjener Instinct der Schwäche, welcher Religionen,Metaphysiken, Überzeugungen aller Art zwar nichtschafft, aber — conservirt. In der That dampft um allediese positivistischen Systeme der Qualm einer gewissenpessimistischen Verdüsterung, Etwas von Müdigkeit, Fa-talismus, Enttäuschung, Furcht vor neuer Enttäuschung— oder aber zur Schau getragener Ingrimm, schlechteLaune, Entrüstungs-Anarchismus und was es alles fürSymptome oder Maskeraden des Schwächegefühls giebt.Selbst die Heftigkeit, mit der sich unsre gescheidtestenZeitgenossen in ärmliche Ecken und Engen verlieren,zum Beispiel in die Vaterländerei (so heisse ich Das, wasman in Frankreich chauvinisme, in Deutschland „deutsch“nennt) oder in ästhetische Winkel-Bekenntnisse nach Artdes Pariser natnralisme (der von der Natur nur denTheil hervorzieht und entblösst, welcher Ekel zugleichund Erstaunen macht — man heisst diesen Theil heutegern la verite vraie —) oder in Nihilismus nach Peters-burger Muster (das heisst in den Glauben an den Un-glauben, bis zum Martyrium dafür), zeigt immer vor-erst das Bedürfniss nach Glauben, Halt, Rückgrat,Rückhalt . . . Der Glaube ist immer dort am meistenbegehrt, am dringlichsten nöthig, wo es an Willen fehlt: