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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
170
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in der That das Christenthum darauf aus, die ganzeWelt zuverjüdeln. Bis zu welchem Grade ihm diessin Europa gelungen ist, das spürt man am feinsten andem Grade von Fremdheit, den das griechische Alter-thum eine Welt ohne Sündengefühle immer nochfür unsre Empfindung hat, trotz allem guten Willenzur Annäherung und Einverleibung, an dem es ganzeGeschlechter und viele ausgezeichnete Einzelne nichthaben fehlen lassen.Nur wenn du bereuest, ist Gottdir gnädig das ist einem Griechen ein Gelächterund ein Ärgerniss: er würde sagenso mögen Sclavenempfinden. Elier ist ein Mächtiger, Übermächtiger unddoch Rachelustiger vorausgesetzt: seine Macht ist sogross, dass ihm ein Schaden überhaupt nicht zugefügtwerden kann, ausser in dem Punkte der Ehre. JedeSünde ist eine Respects-Yerletzung, ein crimen laesaemajestatis divinae und Nichts weiter! Zerknir-schung, Entwürdigung, Sich-im-Staube-wälzen dasist die erste und letzte Bedingung, an die seine Gnadesich knüpft: Wiederherstellung also seiner göttlichenEhre! Ob mit der Sünde sonst Schaden gestiftet wird,ob ein tiefes wachsendes Unheil mit ihr gepflanzt ist,das einen Menschen nach dem andern wie eine Krank-heit fasst und würgt das lässt diesen ehrsüchtigenOrientalen im Himmel unbekümmert: Sünde ist ein Ver-gehen an ihm, nicht an der Menschheit! wem erseine Gnade geschenkt hat, dem schenkt er auch dieseUnbekümmertheit um die natürlichen Folgen der Sünde.Gott und Menschheit sind hier so getrennt, so entgegen-gesetzt gedacht, dass im Grunde an letzterer überhauptnicht gesündigt werden kann, jede That soll nurauf ihre übernatürlichen Folgen hin angesehnwerden, nicht auf ihre natürlichen: so will es das-