Wahrheit sich als eine lebenerhaltende Macht bewiesenhat. Im Verhältniss zu der Wichtigkeit dieses Kampfesist alles Andere gleichgültig: die letzte Frage um dieBedingung des Lebens ist hier gestellt, und der ersteVersuch wird hier gemacht, mit dem Experiment aufdiese Frage zu antworten. Inwieweit verträgt die Wahr-heit die Einverleibung? — das ist die Frage, das ist dasExperiment.
iii.
Herkunft des Logischen. — Woher ist dieLogik im menschlichen Kopfe entstanden? Gewiss ausder Unlogik, deren Reich ursprünglich ungeheuer ge-wesen sein muss. Aber unzählig viele Wesen, welcheanders schlossen, als wir jetzt schliessen, giengen zuGrunde: es könnte immer noch wahrer gewesen sein!Wer zum Beispiel das „Gleiche“ nicht oft genug auf-zufinden wusste, in Betreff der Nahrung oder in Betreffder ihm feindlichen Thiere, wer also zu langsam sub-sumirte, zu vorsichtig in der Subsumption war, hattegeringere Wahrscheinlichkeit des Fortlebens als Der,welcher bei allem Ähnlichen sofort auf Gleichheit rieth.Der überwiegende Hang aber, das Ähnliche als gleichzu behandeln, ein unlogischer Hang — denn es giebtan sich nichts Gleiches —, hat erst alle Grundlage derLogik geschaffen. Ebenso musste, damit der Begriffder Substanz entstehe, der unentbehrlich für die Logikist, ob ihm gleich im strengsten Sinne nichts Wirk-liches entspricht, — lange Zeit das Wechselnde an denDingen nicht gesehen, nicht empfunden worden sein;die nicht genau sehenden Wesen hatten einen Vor-sprung vor Denen, welche Alles „im Flusse“ sahen. Anund für sich ist schon jeder hohe Grad von Vorsicht im