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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
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Sterne überhaupt und überall vorauszusetzen; schon einBlick in die Milchstrasse lässt Zweifel auftauchen, ob esdort nicht viel rohere und widersprechendere Bewegungengiebt, ebenfalls Sterne mit ewigen geradlinigen Fall-bahnen und dergleichen. Die astrale Ordnung, in derwir leben, ist eine Ausnahme; diese Ordnung und dieziemliche Dauer, welche durch sie bedingt ist, hat wiederdie Ausnahme der Ausnahmen ermöglicht: die Bildungdes Organischen. Der Gesammt-Charakter der Welt istdagegen in alle Ewigkeit Chaos, nicht im Sinne derfehlenden Nothwendigkeit, sondern der fehlenden Ordnung,Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit, und wie alle un-sere ästhetischen Menschlichkeiten heissen. Von unsrerVernunft aus geurtheilt, sind die verunglückten Würfeweitaus die Regel, die Ausnahmen sind nicht das geheimeZiel, und das ganze Spielwerk wiederholt ewig seineWeise, die nie eine Melodie heissen darf, und zuletztist selbst das Wortverunglückter Wurf schon eineVermenschlichung, die einen Tadel in sich schliesst.Aber wie dürften wir das All tadeln oder loben! Hütenwir uns, ihm Herzlosigkeit und Unvernunft oder derenGegensätze nachzusagen: es ist weder vollkommen, nochschön, noch edel, und will Nichts von alledem werden,es strebt durchaus nicht darnach, den Menschen nachzu-ahmen! Es wird durchaus durch keines unsrer ästhe-tischen und moralischen Urtheile getroffen! Es hat auchkeinen Selbsterhaltungstrieb und überhaupt keine Triebe;es kennt auch keine Gesetze. Hüten wir uns, zu sagen,dass es Gesetze in der Natur gebe. Es giebt nur Noth-wendigkeiten: da ist Keiner, der befiehlt, Keiner, der ge-horcht, Keiner, der Übertritt. Wenn ihr wisst, dass eskeine Zwecke giebt, so wisst ihr auch, dass es keinenZufall giebt: denn nur neben einer Welt von Zwecken