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auf jenen ungeheuren künstlichen Lärm, der nicht ein-mal sehr laut zu sein braucht, — während zum Beispieldie italiänische Oper nur Chöre von Bedienten oderSoldaten kennt, aber kein „Volk“. Es kommt hinzu,dass aus aller deutschen Musik eine tiefe bürgerlicheEifersucht auf die noblesse herauszuhören ist, namentlichauf esprit und elegance, als den Ausdruck einer höfischen,ritterlichen, alten, ihrer selber sichern Gesellschaft. . Dasist keine Musik, wie die des Goethischen Sängers vordem Thor, die auch „im Saale“, und zwar dem Königewohlgefällt; da heisst es nicht: „die Ritter schauten
muthig drein, und in den Scliooss die Schönen“. Schondie Grazie tritt nicht ohne Anwandelung von Gewissens-bissen in der deutschen Musik auf; erst bei der Anmuth,der ländlichen Schwester der Grazie, fängt der Deutschean, sich ganz moralisch zu fühlen — und von da animmer mehr bis hinauf zu seiner schwärmerischen, ge-lehrten, oft bärbeissigen „Erhabenheit“, der Beethoven’schenErhabenheit. Will man sich den Menschen zu dieserMusik denken, nun, so denke man sich eben Beethoven,wie er neben Goethe, etwa bei jener Begegnung inTeplitz, erscheint: als die Halbbarbarei neben der Cultur,als Volk neben Adel, als der gutartige Mensch nebendem guten und mehr noch als „guten“ Menschen, alsder Phantast neben dem Künstler, als der Trostbedürftigeneben dem Getrösteten, als der Übertreiber und Ver-dächtiger neben dem Billigen, als der Grillenfänger undSelbstquäler, als der Närrisch-Verzückte, der Selig-Un-glückliche, der Treuherzig-Maasslose, als der Anmaass-liche und Plumpe — und Alles in Allem als der „unge-bändigte Mensch“: so empfand und bezeichnete ihn Goetheselber, Goethe der Ausnahme-Deutsche, zu dem eineebenbürtige Musik noch nicht gefunden ist! — Zuletzt
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