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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
Seite
114
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und Fremde war ihnen peinlich, und als Römern einAnreiz zu einer römischen Eroberung. In der That, maneroberte damals, wenn man übersetzte, nicht nur so,dass man das Historische wegliess: nein, man fügte dieAnspielung auf das Gegenwärtige hinzu, man strich vorAllem den Namen des Dichters hinweg und setzte deneignen an seine Stelle nicht im Gefühl des Dieb-stahls, sondern mit dem allerbesten Gewissen des Im-perium Romanum.

84.

Vom Ursprünge der Poesie. Die Liebhaberdes Phantastischen am Menschen, welche zugleich dieLehre von der instinctiven Moralität vertreten, schliessenso:gesetzt, man habe zu allen Zeiten den Nutzen alsdie höchste Gottheit verehrt, woher dann in aller Weltist die Poesie gekommen? diese Rhythmisirung derRede, welche der Deutlichkeit der Mittheilung eher ent-gegenwirkt als förderlich ist, und die trotzdem wie einHohn auf alle nützliche Zweckmässigkeit überall aufErden aufgeschossen ist und noch aufschiesst! Die wild-schöne Unvernünftigkeit der Poesie widerlegt euch, ihrUtilitarier! Gerade vom Nutzen einmal loskommenwollen das hat den Menschen erhoben, das hat ihnzur Moralität und Kunst inspirirt! Nun, ich muss hierineinmal den Utilitariern zu Gefallen reden, sie habenja so selten Recht, dass es zum Erbarmen ist! Man hattein jenen alten Zeiten, welche die Poesie ins Dasein riefen,doch die Nützlichkeit dabei im Auge und eine sehrgrosse Nützlichkeit damals als man den Rhythmus indie Rede dringen liess, jene Gewalt, die alle Atome desSatzes neu ordnet, die Worte wählen heisst und den Ge-danken neu färbt und dunkler, fremder, ferner macht: