und Fremde war ihnen peinlich, und als Römern einAnreiz zu einer römischen Eroberung. In der That, maneroberte damals, wenn man übersetzte, — nicht nur so,dass man das Historische wegliess: nein, man fügte dieAnspielung auf das Gegenwärtige hinzu, man strich vorAllem den Namen des Dichters hinweg und setzte deneignen an seine Stelle — nicht im Gefühl des Dieb-stahls, sondern mit dem allerbesten Gewissen des Im-perium Romanum.
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Vom Ursprünge der Poesie. — Die Liebhaberdes Phantastischen am Menschen, welche zugleich dieLehre von der instinctiven Moralität vertreten, schliessenso: „gesetzt, man habe zu allen Zeiten den Nutzen alsdie höchste Gottheit verehrt, woher dann in aller Weltist die Poesie gekommen? — diese Rhythmisirung derRede, welche der Deutlichkeit der Mittheilung eher ent-gegenwirkt als förderlich ist, und die trotzdem wie einHohn auf alle nützliche Zweckmässigkeit überall aufErden aufgeschossen ist und noch aufschiesst! Die wild-schöne Unvernünftigkeit der Poesie widerlegt euch, ihrUtilitarier! Gerade vom Nutzen einmal loskommenwollen — das hat den Menschen erhoben, das hat ihnzur Moralität und Kunst inspirirt!“ Nun, ich muss hierineinmal den Utilitariern zu Gefallen reden, — sie habenja so selten Recht, dass es zum Erbarmen ist! Man hattein jenen alten Zeiten, welche die Poesie in’s Dasein riefen,doch die Nützlichkeit dabei im Auge und eine sehrgrosse Nützlichkeit — damals als man den Rhythmus indie Rede dringen liess, jene Gewalt, die alle Atome desSatzes neu ordnet, die Worte wählen heisst und den Ge-danken neu färbt und dunkler, fremder, ferner macht: