tern und Sehern geworden, zollen sie dem Urheberihres Glücks eine Bewunderung, wie als ob er sie un-mittelbar zum Schauen seines Heiligsten und Letztengeführt hätte, wie als ob er sein Ziel erreicht und seineVision wirklich gesehen und mitg'etheilt hätte. Eskommt seinem Ruhme zu Gute, nicht eigentlich an’sZiel gekommen zu sein.
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Kunst und Natur. — Die Griechen (oder'wenig-stens die Athener) hörten gerne gut reden: ja sie hatteneinen gierigen Hang darnach, der sie mehr als allesAndre von den Nicht-Griechen unterscheidet. Und soverlangten sie selbst von der Leidenschaft auf der Bühne,dass sie gut rede, und Hessen die Unnatürlichkeit desdramatischen Verses mit Wonne über sich ergehen: —in der Natur ist ja die Leidenschaft so wortkarg! sostumm und verlegen! Oder, wenn sie Worte findet, soverwirrt und unvernünftig und sich selber zur Scham!Nun haben wir uns Alle, Dank den Griechen, an dieseUnnatur auf der Bühne gewöhnt, wie wir jene andreUnnatur, die singende Leidenschaft, ertragen und gerneertragen, Dank den Italiänern. — Es ist uns ein Be-dürfnis geworden, welches wir aus der Wirklichkeitnicht befriedigen können: Menschen in den schwerstenLagen gut und ausführlich reden zu hören: es entzücktuns jetzt, wenn der tragische Held da noch Worte,Gründe, beredte Gebärden und im Ganzen eine helleGeistigkeit findet, wo das Leben sich den Abgründennähert, und der wirkliche Mensch meistens den Kopfund gewiss die schöne Sprache verliert. Diese Art Ab-weichung von der Natur ist vielleicht die angenehmsteMahlzeit für den Stolz des Menschen; ihretwegen über-