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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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leidigt oder beschämt wurden, als die Freundedes ge-sunden Menschenverstandes: so wäre die Menschheitlängst zu Grunde gegangen! Über ihr schwebte undschwebt fortwährend als ihre grösste Gefahr der aus-brechende Irrsinn das heisst eben das Ausbrechendes Beliebens im Empfinden, Sehen und I-Iören, der Ge-nuss in der Zuchtlosigkeit des Kopfes, die Freude amMenschen-Unverstande. Nicht die Wahrheit und Gewiss-heit ist der Gegensatz der AVelt des Irrsinnigen, sonderndie Allgemeinheit und Allverbindlichkeit eines Glaubens,kurz das Nicht-Beliebige im Urtheilen. Und die grössteArbeit der Menschen bisher wa'r Die, über sehr vieleDinge mit einander übereinzustimmen und sich ein Ge-setz der Übereinstimmung aufzulegen gleich-gültig,- ob diese Dinge wahr oder falsch sind. Diessist die Zucht des Kopfes, welche die Menschheit erhaltenhat; aber die Gegentriebe sind immer noch so mächtig,dass man im Grunde von der Zukunft der Menschheitmit wenig Vertrauen reden darf. Fortwährend schiebtund verschiebt sich noch das Bild der Dinge, und viel-leicht von jetzt ab mehr und schneller als je; fortwährendsträuben sich gerade die ausgesuchtesten Geister gegenjene Allverbindlichkeit die Erforscher der Wahrheitvoran! Fortwährend erzeugt jener Glaube als Allerwelts-glaube einen Ekel und eine neue Lüsternheit bei feinerenKöpfen: und schon das langsame Tempo, welches er füralle geistigen Processe verlangt, jene Nachahmung derSchildkröte, welche hier als die Norm anerkannt wird,macht Künstler und Dichter zu Überläufern: dieseungeduldigen Geister sind es, in denen eine förmlicheLust am Irrsinn ausbricht, weil der Irrsinn ein so fröh-liches Tempo hat! Es bedarf also der tugendhaften In-tellecte, ach! ich will das unzweideutigste Wort