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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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Ziehung der vornehmen Frauen, ja vielleicht giebt esnichts Paradoxeres. Alle Welt ist darüber einverstanden,sie in eroticis so unwissend wie möglich zu erziehen undihnen eine tiefe Scham vor dergleichen und die äussersteUngeduld und Flucht beim Andeuten dieser Dinge indie Seele zu geben. AlleEhre des Weibes steht imGrunde nur hier auf dem Spiele: was verziehe man ihnensonst nicht! Aber hierin sollen sie unwissend bis insFlerz hinein bleiben: sie sollen weder Augen, nochOhren, noch Worte, noch Gedanken für diess ihrBöseshaben: ja das Wissen ist hier schon das Böse. Und nun!Wie mit einem grausigen Blitzschläge in die Wirklich-keit und das Wissen geschleudert werden, mit der Ehe und zwar durch Den, welchen sie am meisten liebenund hochhalten: Liebe und Scham im Widerspruch er-tappen, ja Entzücken, Preisgebung, Pflicht, Mitleid undSchrecken über die unerwartete Nachbarschaft von Gottund Thier und was Alles sonst noch! in Einem empfindenmüssen! Da hat man in der That sich einen Seelen-Knoten geknüpft, der seines Gleichen sucht! Selbst diemitleidige Neugier des weisesten Menschenkenners reichtnicht aus, zu errathen, wie sich dieses und jenes Weibin diese Lösung des Räthsels und in diess Räthsel vonLösung zu finden weiss, und was für schauerliche, weit-hin greifende Verdachte sich dabei in der armen aus denFugen gerathenen Seele regen müssen, ja wie die letztePhilosophie und Skepsis des Weibes an diesem Punkteihre Anker wirft! Plinterher das selbe tiefe Schweigenwie vorher: und oft ein Schweigen vor sich selber,ein Augen - Zuschliessen vor sich selber. Die jungenFrauen bemühen sich sehr darum, oberflächlich und ge-dankenlos zu erscheinen; die feinsten unter ihnen er-heucheln eine Art Frechheit. Die Frauen empfinden