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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
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sten, stillsten, verzücktesten Halbgöttliehkeit des Christenzu errathen gesucht hat, ist da Wahrheit geworden undhat dabei jene jüdische Zudringlichkeit, welche Paulusgegen Gott hat, abgestreift, Dank einer ächten, frauemhaften, feinen, vornehmen, altfranzösischen Naivetät inWort und Gebärde. Da steht der Gründer der Trappisten-klöster, .er, der mit dem asketischen Ideale des Christen-thums den letzten Ernst gemacht hat, nicht als eineAusnahme unter Franzosen, sondern recht als Franzose:denn bis zu diesem Augenblick vermochte seine düstereSchöpfung nur unter Franzosen heimisch und kräftig zubleiben, sie folgte ihnen in den Eisass und nach Algerien.Vergessen wir die Plugenotten nicht: schöner ist die Ver^einigung des kriegerischen und arbeitsamen Sinnes, derfeineren Sitte und der christlichen Strenge bisher nichtdagewesen. Und in Port Royal kam zum letzten Maledas grosse christliche Gelehrtenthum zum Blühen: unddas Blühen verstehen grosse Menschen in Frankreichbesser als anderwärts. Ferne davon, oberflächlich zu sein,hat ein grosser Franzose immer doch seine Oberfläche,eine natürliche Haut für seinen Inhalt und seine Tiefe,— während die Tiefe eines grossen Deutschen zumeistwie in einer krausförmigen Kapsel verschlossen gehaltenwird, als ein Elixir, das vor Licht und leichtfertigenHänden durch seine harte und wunderliche Hülle sich zuschützen sucht. — Und nun errathe man, warum diesesVolk der vollendeten Typen der Christlichkeit auch dievollendeten Gegentypen des unchristlichen Freigeistes er-zeugen musste! Der französische Freigeist kämpfte insich immer mit grossen Menschen und nicht nur mitDogmen und erhabenen Missgeburten, wie die Freigeisteranderer Völker.