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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
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handeln,wie wir uns behandeln? Und wenn wir beiuns nicht so eng und kleinbürgerlich an die unmittel-baren Folgen und Leiden denken: warum müssten wires bei ihm thun ? Gesetzt, wir hätten den Sinn der Auf-opferung für uns: was würde uns verbieten, den Nächstenmit aufzuopfern? so wie es bisher der Staat und derFürst thaten, die den einen Bürger den anderen zumOpfer brachten,der allgemeinen Interessen wegen, wieman sagte. Aber auch wir haben allgemeine und viel-leicht allgemeinere Interessen: warum sollten den kom-menden Geschlechtern nicht einige Individuen der gegen-wärtigen Geschlechter zum Opfer gebracht werdendürfen? sodass ihr Gram, ihre Unruhe, ihre Verzweiflung,ihre Fehlgriffe und Angstschritte für nöthig befundenwürden, weil eine neue Pflugschar den Boden brechenund fruchtbar für Alle machen solle? Endlich: wirtheilen zugleich die Gesinnung an den Nächsten mit, inder er sich als Opfer fühlen kann, wir überredenihnzu der Aufgabe, für die wir ihn benützen. Sind wirdenn ohne Mitleid? Aber wenn wir auch über unserMitleid hinweg gegen uns selber den Sieg erringenwollen, ist diess nicht eine höhere und freiere Haltungund Stimmung als jene, bei der man sich sicher fühlt,wenn man herausgebracht hat, ob eine Handlung demN ächsten wohl oder w eh ethut? Wir dagegen würdendoch durch das Opfer in welchem wir und dieNächsten einbegriffen sind das allgemeine Gefühlder menschlichen Macht stärken und höher heben, ge-setzt auch, dass wir nicht Mehr erreichten. Aber schondiess wäre eine positive Vermehrung des Glücks.Zuletzt, wenn diess sogar doch hier kein Wortmehr! Ein Blick genügt, ihr habt mich verstanden.