97 -
Man wird moralisch, — nicht weil man mora-lisch ist! — Die Unterwerfung unter die Moral kannsclavenhaft oder eitel oder eigennützig oder resignirtoder dumpf - schwärmerisch oder gedankenlos oder einAct der Verzweiflung sein, wie die Unterwerfung untereinen Fürsten: an sich ist sie nichts Moralisches.
98.
Wandel der Moral. — Es giebt ein fortwährendesUmwandeln und Arbeiten an der Moral, — das bewirkendie Verbrechen mit glücklichem Ausgange (wozuzum Beispiel alle Neuerungen des moralischen Denkensgehören).
99.
Worin wir Alle unvernünftig sind. — Wir ziehenimmer noch die Folgerungen von Urtheilen, die wir fürfalsch halten, von Lehren, an die wir nicht mehr glau-ben, — durch unsere Gefühle.
100.
Vom Traume erwachen. -— Edle und weiseMenschen haben einmal an die Musik der Sphären ge-