im Allgemeinen heissen sie Verbrecher. Jeder, der dasbestehende Sittengesetz umwarf, hat bisher zuerst immerals schlechter Mensch gegolten: aber wenn man, wiees vorkam, hinterher es nicht wieder aufzurichten ver-mochte und sich damit zufrieden gab, so veränderte sichdas Prädicat allmählich; — die Geschichte handelt fastnur von diesen schlechten Menschen, welche spätergutgesprochen worden sind!
21.
„Erfüllung Ides Gesetzes.“ — Im Falle, dassdie Befolgung einer moralischen Vorschrift doch einanderes Resultat ergiebt, als versprochen und erwartetwird, und den Sittlichen' nicht das verheissene Glück,sondern wider Erwarten Unglück und Elend trifft, sobleibt immer die Ausflucht des Gewissenhaften undÄngstlichen übrig: „es ist Etwas in der Ausführungversehen worden.“ Im allerschlimmsten Falle wird einetief leidende und zerdrückte Menschheit sogar decretiren„es ist unmöglich, die Vorschrift gut auszuführen, wirsind durch und durch schwach und sündhaft und derMoralität im innersten Grunde nicht fähig, folglich habenwir auch keinen Anspruch auf Glück und Gelingen. Diemoralischen Vorschriften und Verheissungen sind fürbessere Wesen, als wir sind, gegeben.“
Werke und Glaube. — Immer noch wird durchdie protestantischen Lehrer jener Grundirrthum fort-gepflanzt: dass es nur auf den Glauben ankomme, unddass aus dem Glauben die Werke nothwendig folgen