Nachträgliche Vernünftigkeit. — Alle Dinge,die lange leben, werden allmählich so mit Vernunftdurchtränkt, dass ihre Abkunft aus der Unvernunft da-durch unwahrscheinlich wird. Klingt nicht fast jedegenaue Geschichte einer Entstehung für das Gefühlparadox und frevelhaft ? Widerspricht der guteHistoriker im Grunde nicht fortwährend?
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Vorurtheil der Gelehrten. — Es ist ein richtigesUrtheil der Gelehrten, dass die Menschen aller Zeitenzu wissen glaubten, was gut und böse, lobens- undtadelnswerth sei. Aber es ist ein Vorurtheil der Gelehrten,dass wir es jetzt besser wüssten als irgend eine Zeit.
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Alles hat seine Zeit. — Als der Mensch allenDingen ein Geschlecht gab, meinte er nicht zu spielen,sondern eine tiefe Einsicht gewonnen zu haben: — denungeheuren Umfang dieses Irrthums hat er sich sehrspät und jetzt vielleicht noch nicht ganz eingestanden. —Ebenso hat der Mensch Allem, was da ist, eine Be-