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298.
Wenn wir einen Menschen los sein wollen, so brauchenwir uns nur vor ihm zu verkleinern, — das wirkt sofortauf seine Eitelkeit, und er läuft davon.
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299.
Die bürgerlichen und die ritterlichen Tugenden ver-stehn einander nicht und verleumden sich.
300.
Der ausserordentliche Mensch lernt durch Unglück,wie wenig Werth all die Würdigkeit und Ehrenhaftig-keit der ihn Beurtheilenden hat. Sie platzen, wenn mansie in ihrer Eitelkeit verwundet: — ein intolerantes, be-schränktes Vieh kommt zum Vorschein.
301.
Aus seiner Erbitterung gegen einen Menschen machtman sich die moralische Empörung zurecht — und be-wundert sich dann: und aus dem Müdewerden seinesHasses die Vergebung — und bewundert sich noch einmal.
302.
(Vgl. Zarathustra 1, von den Fliegen des Marktes.)
Das, was wir an einem Menschen erkennen, das ent-zünden wir an ihm auch; und wer nur die niedrigen Eigen-schaften eines Menschen erkennt, hat auch eine anreizendeKraft für dieselben und bringt sie zur Entladung. DieAffecte deiner Nächsten gegen dich sind die Kritik deinerErkenntniss, nach Höhe und Niedrigkeit.