4 i4
2Ö2.
Menschen, die gegen sich misstrauisch sind, wollenmehr noch geliebt sein als lieben, um einmal, für einenAugenblick wenigstens, an sich glauben zu dürfen.
263.
Hier diese beiden haben im Grunde denselbenschlechten Geschmack: aber der eine von ihnen möchtesich und uns überreden, dass es der beste sei. Undder andere schämt sich seines Geschmacks und möchtesich und uns überreden, dass er einen andern und besserenhabe, — unsern Geschmack. Von einer dieser zwei Artensind alle Bildungs-Philister.
264.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 229.)
Er nennt es Treue gegen seine Partei: aber es istnur seine Bequemlichkeit, welche ihn nicht mehr ausdiesem Bette aufstehn lässt.
265.
(Vgl. Morgenröthe, Vorrede, Abschn. 5.)
Zum Verdauen gehört, von Gesundheitswegen, eineArt Faulheit. Auch zum Verdauen eines Erlebnisses.
266.
Der Anblick des naiven Menschen ist meine Woll-lust, wofern er von Natur böse ist und Geist hat.
267.
Die schlauen Menschen sind gewöhnlich einfacheund nicht complicirte Menschen.