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136.
Wir finden bei den verschiedenen Menschen die-selbe Zahl von Leidenschaften: diese aber verschiedengenannt, geschätzt und dadurch verschieden gerichtet.Gut und Böse unterscheiden sich durch die verschiedeneRangordnung der Leidenschaften unter einander und dieHerrschaft der Ziele.
137 -
Verehren ist selber eine Leidenschaft: ebenso wie dasBeschimpfen. Durch Verehren werden die „Leiden-schaften“ zu Tugenden.
138.
Begehren ist das Glück: Sättigung als Glück ist nurder letzte Augenblick des Begehrens. Ganz Wunschsein ist Glück, und immer an Stelle der Erfüllung einenneuen Wunsch.
139 -
(Vgl. Zarathustra, 2. Theil, vom Gesindel.)
Man sagt Lust und denkt an die Lüste, man sagt Sinnund denkt an die Sinnlichkeit, man sagt Leib und denktan den Unterleib, — und so hat man drei gute Dingeum ihre Ehre gebracht.
140.
Nur der Lasterhafte ist unglücklich, bei dem dasBedürfniss zum Laster zusammen mit dem Ekel vor demLaster wächst — und niemals von ihm überwachsen wird.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XII.
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