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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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136.

Wir finden bei den verschiedenen Menschen die-selbe Zahl von Leidenschaften: diese aber verschiedengenannt, geschätzt und dadurch verschieden gerichtet.Gut und Böse unterscheiden sich durch die verschiedeneRangordnung der Leidenschaften unter einander und dieHerrschaft der Ziele.

137 -

Verehren ist selber eine Leidenschaft: ebenso wie dasBeschimpfen. Durch Verehren werden dieLeiden-schaften zu Tugenden.

138.

Begehren ist das Glück: Sättigung als Glück ist nurder letzte Augenblick des Begehrens. Ganz Wunschsein ist Glück, und immer an Stelle der Erfüllung einenneuen Wunsch.

139 -

(Vgl. Zarathustra, 2. Theil, vom Gesindel.)

Man sagt Lust und denkt an die Lüste, man sagt Sinnund denkt an die Sinnlichkeit, man sagt Leib und denktan den Unterleib, und so hat man drei gute Dingeum ihre Ehre gebracht.

140.

Nur der Lasterhafte ist unglücklich, bei dem dasBedürfniss zum Laster zusammen mit dem Ekel vor demLaster wächst und niemals von ihm überwachsen wird.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XII.

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