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Es giebt einen Grad von eingefleischter Verlogen-heit, den nennt man „das gute Gewissen“.
118.
Die moralischen Menschen haben ihre Selbstgefällig-keit beim Gewissensbiss.
119.
(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 219.)
Die moralische Entrüstung ist die perfideste Artder Rache.
120.
(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 26.)
Man nehme sich vor den Menschen der moralischenEntrüstung in Acht: sie haben den Stachel der feigen,vor sich selber maskirten Bösartigkeit.
121.
Ich empfehle allen Märtyrern, zu überlegen, ob nichtdie Rachsucht sie zum äussersten trieb.
122.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 357 .)
Man muss die Moral nicht bei den Schriftstellern überMoral suchen, (noch weniger die Moralität), die Mora-listen sind in der grossen Mehrheit Gedrückte, Leidende,Ohnmächtige, Rachsüchtige, — ihre Tendenz ist ein bis-chen Glück: Kranke, welche meinen, Genesung sei alles.