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io6.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 259.)
„Gut und Böse sind die Vorurtheile Gottes“ —sagte die Schlange. Aber auch die Schlange selber warein Vorurtheil Gottes.
107.
„Religiöser Mensch“, „Narr“, „Genie“, „Verbrecher“,„Tyrann“, — das sind schlechte Namen und Einzelheitenan Stelle eines Unnennbaren.
108.
Man kann mit dem gleichen Erfolge die Eigenschaf-ten der guten Menschen aus dem Bösen, und die Eigen-schaften der bösen Menschen aus dem Guten ableiten:es fehlt noch das Gegenstück zu La Rochefoucauld.
109.
(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 6ll.)
Aus La Rochefoucauld schimmert eine sehr nobleDenkart der damaligen Gesellschaft hindurch: er selberist ein enttäuschter Idealist, der nach Anleitung desChristenthums die hässlichen Namen der dama-ligen Triebfedern hervorsucht.
110.
„Es giebt Helden im Bösen wie im Guten“, —■ diesist eine vollkommene Naivetät im Munde eines La Roche-foucauld.