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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
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Es gab einmal einen Knaben, dem sagte man mitBlicken und Reden:Was dein Vater ist, das ist nichtdein rechter Vater!

Das verdross das Kind und machte es nachdenken;und endlich sagte es sich zu seinem Herzen, ganz heim-lich:Es giebt wohl nichts Schöneres in der Welt alseinen rechten Vater?

Und als das Kind beten lernte, war seine ersteBitte:Gott, gieb mir doch einen rechten Vater!

Das Kind aber wuchs, und mit dem Kinde seineheimliche Liebe und sein Gebet: unter Frauen und Priesternerwuchs der Jüngling:

ein Jüngling, unter Frauen und Priestern tief ge-worden, und scheu vor der Liebe und noch vor demWorteLiebe,

tief geworden und durstig nach dem Thau der Liebe,gleich dem Thymian in der Nacht,

durstig und zitternd vor seinem Durste, und der Nachtfreund, weil die Nacht voller Scham und duftenderBlumen ist.

Nach dem Weihrauche der Priester duftete selberseine Seele und nach der Unschuld der Frauen: sieschämte sich aber dieses Duftes noch.

Und wie sonst ein Jüngling betend begehrt, dass einWeib ihn liebe, so begehrte er betend nach der Liebeeines Vaters und schämte sich auch seines Gebets noch.

Da geschah es, dass sein Gebet einst in lichte Wol-ken zerfloss, und Worte aus lichten Wolken stiegen:Siehe, das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlge-fallen habe.

Ist das möglich! sprach der Jüngling. Ich der liebeSohn dessen, den ich eben um einen Vater bat? Gottmein Vater! Ist das möglich?