226
105 .
(Vgl. Theil 2, von den Mitleidigen.)
Dass ihr mitleidig seid, setze ich voraus: ohne Mit-leid sein heisst, krank im Geiste und Leibe sein. Aberman soll viel Geist haben, um mitleidig sein zu dürfen!Denn euer Mitleid ist euch allen schädlich.
106.
(Vgl. Theil I, Vorrede, Abschnitt 4.)
Ich liebe den, der so mitleidig ist, dass er aus derHärte seine Tugend und seinen Gott macht.
107.
(Vgl. Theil 2, von den Tugendhaften.)
Verwerfe ich denn eure Tugenden? Ich verwerfeeure Tugendhaften.
108.
Nicht diesen Menschen, den ich liebte, verwarf ich,sondern das, um dessentwillen ich ihn liebte, verwarf ich.
109.
(Vgl. von des Fliegen des Marktes; Wanderer u. sein Schatten, Aph. 328.)
Du vergiebst heute, was man an dir that. Aber duhast es noch gar nicht erlebt: nach einem halben Jahrewirst du es nie mehr vergeben und vergessen.
110.
Es ist leichter, seinem Feinde zu vergeben als seinemFreunde.