3. Religiöse Irrthümer.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 122—151.)
59 -
Die Menschen haben Gott geschaffen, es ist keinZweifel: sollten wir deshalb nicht an ihn glauben? Erhat den Glauben so nöthig zum Leben: seien wir dochbarmherzig!
60.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 108.)
Überall wo verehrt, bewundert, beglückt, gefürchtet,gehofft, geahnt wird, steckt noch der Gott, den wir todtgesagt haben, — er schleicht sich allerwegen herum undwill nur nicht erkannt und bei Namen genannt sein. Danämlich erlischt er wie Buddha’s Schatten in derHöhle, — er lebt fort unter der seltsamen und neuen Be-dingung, dass man nicht mehr an ihn glaubt. Aberein Gespenst ist er geworden! Freilich!
61.
Ein Wort für die, welche an Gott glauben: sie mögenerwägen, ob ein Gott die Vernichtung von irgend etwaswollen kann oder überhaupt kann, — ob dies nicht ebendas göttliche Unvermögen ist.