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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
Entstehung
Seite
153
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48.

(Vgl. Wanderer, Aph. 159; Bd. XI, Nachträge zu den Meinungen u.

Sprüchen, Aph. 22.)

Die Polen galten mir als die begabtesten und ritter-lichsten unter den slavischen Völkern; und die Begabungder Slaven schien mir höher als die der Deutschen, jaich meinte wohl, die Deutschen seien erst durch einestarke Mischung mit slavischem Blute in die Reihe derbegabten Nationen eingerückt. Es that mir wohl, an dasRecht des polnischen Edelmanns zu denken, mit seinemeinfachen Veto den Beschluss einer Versammlung umzu-werfen; und der Pole Copernikus schien mir von diesemRechte gegen den Augenschein und den Beschluss allerandern Menschen eben nur den grössten und würdigstenGebrauch gemacht zu haben. Die politische Unbändig-keit und Schwäche der Polen, ebenso wie ihre Aus-schweifung, waren mir eher Zeugnisse für ihre Begabungals gegen dieselbe. An Chopin verehrte ich nament-lich, dass er die Musik von den deutschen Einflüssen,von dem Hange zum Hässlichen, Dumpfen, Kleinbürger-lichen, Täppischen, Wichtigthuerischen freigemacht habe:Schönheit und Adel des Geistes und namentlich vornehmeHeiterkeit, Ausgelassenheit und Pracht der Seele, ins-gleichen die südländische Gluth und Schwere der Empfin-dung, hatten vor ihm in der Musik noch keinen Aus-druck. Mit ihm verglichen, war mir selbst Beethovenein halbbarbarisches Wesen, dessen grosse Seele schlechterzogen wurde, so dass sie das Erhabne vom Abenteuer-lichen, das Schlichte vom Geringen und Abgeschmacktennie recht zu unterscheiden gelernt hat. (Unglücklicher-weise, wie ich jetzt hinzufügen will, hat Chopin einer ge-fährlichen Strömung des französischen Geistes zu nahegewohnt, und es giebt nicht wenige Musik von ihm,