2. Kunst und Künstler.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aphorismus 76—107.)
25 -
(Vgl. Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 388, 390.)
Zwei Ursprünge der Kunst. 1) Auf eine un-schädliche Weise getäuscht zu werden (Taschenspieler,Schauspieler, Erzähler u. s. w.), auch Architektur, als obder Stein redete (von dem Haus- oder Tempeleinwohner).2) Auf eine unschädliche Weise überwältigt werden:Rausch, Musik, Lyrik u. s. w. Zuerst Besorgniss, Verwunde-rung, dass nichts Böses erfolgt, keine Gefahr da ist, ■—bei beidem. So werden die Zustände, die am meistengefürchtet werden und den höchsten Reiz ausüben,erstrebenswerth: Täuschung und Überwältigung. Sovon Seiten der Geniessenden aus betrachtet.
26.
(Vgl. Bd. XI, Nachträge zur Morgenröthe, Aph. 462.)
Ästhetische Urtheile sind Überreste unsrer Urtheileüber glücklich und unglücklich, zum Beispiel in einer Land-schaft der Reichthum an Farben, an Geniessbarem, anRuhe, an festen Linien, — es sind alles die Abzeichenund Symbole eines Menschen, der uns einst als derGlückliche galt. So andre Male die leidenschaftlicheGegend, — wir hielten auch die Leidenschaft für den
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