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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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Der religiöse Glaube nimmt ab, und der Mensch lerntsich als flüchtig begreifen und als unwesentlich, er wirdendlich dabei schwach; er übt sich nicht so im Erstreben,Ertragen, er will den gegenwärtigen Genuss, er machtsichs leicht, und viel Geist verwendet er vielleichtdabei.

219.

(Vgl. oben S. 109, Aph. 190; Bd. XI, Nachträge z. Morgenrötke,Aph. 353, 354; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 233, 341.)

Aber wenn alles nothwendig ist, was kann ich übermeine Handlungen verfügen? Der Gedanke und Glaubeist ein Schwergewicht, welches neben allen andern Ge-wichten auf dich drückt und mehr als sie. Du sagst,dass Nahrung Ort Luft Gesellschaft dich wandeln undbestimmen? Nun, deine Meinungen thun es noch mehr,denn diese bestimmen dich zu dieser Nahrung Ort LuftGesellschaft. Wenn du dir den Gedanken der Gedankeneinverleibst, so wird er dich verwandeln. Die Frage beiallem, was du thun willst:ist es so, dass ich es unzähligeMale thun will?, ist das grösste Schwergewicht.

220.

Der politische Wahn, über den ich ebenso lächle,wie die Zeitgenossen über den religiösen Wahn frühererZeiten, ist vor allem Verweltlichung, Glaube an dieWelt und Aus-dem-Sinn-Schlagen vonJenseits undHinterwelt. Sein Ziel ist das Wohlbefinden des flüch-tigen Individuums: weshalb der Socialismus seine Fruchtist, das heisst: die flüchtigen Einzelnen wollen ihr Glücksich erobern, durch Vergesellschaftung, sie haben keinenGrund zu warten, wie die Menschen mit ewigen Seelenund ewigem Werden und zukünftigem Besserwerden.