mehr. Anders der Mensch, der immer unstät ist undsich nicht einem Klima endgültig anpassen will, dieMenschheit drängt hin zur Erzeugung eines allenKlimaten gewachsenen Wesens (auch durch solchePhantasmen wie „Gleichheit des Menschen“): ein allge-meiner Erdenmensch soll entstehen, deshalb verändertsich der Mensch noch (wo er sich angepasst hat, zumBeispiel in China, bleibt er durch Jahrtausende fast un-verändert). Der überklimatische Kunstmensch, der dieNachtheile jedes Klimas zu compensiren weiss und dieErsatzmittel für das, was dem Klima fehlt (zum BeispielÖfen), in jedes Klima schleppt, — ein anspruchsvolles,schwer zu erhaltendes Wesen! Die „Arbeitnoth“ herrschtdort, wo das Klima im Widerspruch zum Menschensteht, und nur wenige die Ersatzmittel sich schaffenkönnen (im Kampfe natürlich und tyrannisch).
197.
Die Sinne der Menschen im Fortschritt der Civilisationsind schwächer geworden, Augen und Ohren: weil dieFurcht geringer wurde und der Verstand feiner. Viel-leicht wird mit der Vermehrung der Sicherheit dieFeinheit des Verstandes nicht mehr nöthig sein undabnehmen, wie in China! In Europa hat der Kampfgegen das Christenthum, die Anarchie der Meinungenund die Concurrenz der Fürsten, Völker und Kauf-leute bis jetzt den Verstand verfeinert.
198.
(Vgl. Jenseits, Aph. 202, 203.)
Die Vorwegnehmenden. — Ich zweifle, ob jenerDauermensch, welchen die Zweckmässigkeit der Gat-tu ngs-Aus walfl endlich producirt, viel höher als der
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XII. 8