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das Wesentliche ist. Zu zeigen, wie nicht im Begriff„Nicht-ich und Ich“ der Hauptfortschritt der Moral liegt,sondern im Schärfer-fassen des Wahren im andern undin mir und in der Natur, also das Besitzenwollen immermehr vom Scheine des Besitzes, von erdichteten Besitz-thümern zu befreien, das Ichgefühl also vom Selbst-betruge zu reinigen. Vielleicht endet es damit, dass stattdes Ich wir die Verwandtschaften und Feindschaften derDinge erkennen, Vielheiten also und deren Gesetze:dass wir vom Irrthume des Ich uns zu befreiensuchen (der Altruismus ist auch bisher ein Irrthum).„Nicht um der andern willen“, sondern „um des Wahrenwillen leben“! Nicht „ich und du“! Wie könnten wir’„den andern“ (der selber eine Summe von Wahn ist!)fördern dürfen! Das Ichgefühl umschaffen! Den per-sönlichen Hang schwächen! An die Wirklichkeit derDinge das Auge gewöhnen! Von Personen so vielwie möglich vorläufig absehen! Welche Wirkungenmuss dies haben! Über die Dinge Herr zu werdensuchen und so sein Besitzen-wollen befriedigen! NichtMenschen besitzen wollen! — Aber heisst dies nicht auch,die Individuen schwächen? Es ist etwas Neues zu schaffen:nicht ego und nicht tu und nicht omnes\
Keinen Besitz in der Jugend erstreben müssenund wollen: ebenso kein Ansehen, um über andre zubefehlen, — diese beiden Triebe gar nicht zu ent-wickeln! Uns von den Dingen besitzen lassen (nichtvon Personen) und von einem möglichst grossen Umfangewahrer Dinge! Was daraus wächst, ist abzuwarten:wir sind Ackerland für die Dinge! Es sollen Bilderdes Daseins aus uns wachsen: und wir sollen so sein,wie diese Fruchtbarkeit uns nöthigt zu sein: unsre Nei-gungen Abneigungen sind die des Ackerlandes, das solche
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Baad XII. 6