53
82.
(Vgl. Meinungen u. Sprüche, Aph. 26; Morgenröthe, Aph. 432; Bd. XI,Nachträge z. Morgenröthe, Aph. 315; Fröhliche Wissenschaft, Aph. I, 4, 19;
Jenseits, Aph. 23, 230.)
Wir können weder des Bösen noch der Leidenschaftenentbehren, — die vollständige Anpassung aller an allesund jedes in sich (wie bei Spencer) ist ein Irrthum, eswäre die tiefste Verkümmerung. — Das schönste, leiblichmächtigste Raubthier hat die stärksten Affecte: sein Hassund seine Gier in dieser Stärke werden für seine Gesund-heit nöthig sein, und, wenn befriedigt, diese so prachtvollentwickeln. Selbst zum Erkennen brauche ich alle meineTriebe, die guten wie die bösen, und wäre schnell amEnde, wenn ich nicht gegen die Dinge feindlich, miss-trauisch grausam, tückisch rachsüchtig und mich ver-stellend u. s. w. sein wollte. Alle grossen Menschenwaren durch die Stärke ihrer Affecte gross. Auch dieGesundheit taugt nichts, wenn sie nicht grossen Affectengewachsen ist, ja sie nöthig hat. Grosse Affecte con-centriren und halten die Kraft in Spannung. Gewisssind sie oft Anlass, dass man zu Grunde geht, — aberdas ist kein Argument gegen ihre nützlichen Wirkun-gen im grossen. — Unsre Moralität will aber dasGegentheil, liebenswürdige und creditfähige Zahler undBorger.
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(Vgl. Wanderer, Aph. 53.)
Gegen alle wilden Energien wehren wir uns solange, als wir sie nicht zu benutzen wissen (als Kraft),und so lange nennen wir sie böse. Nachher aber nichtmehr! Frage: wie macht man Verbrechen nützlich? Wiemacht man seine eigne Wildheit nützlich?