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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
348
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netsten Geister im zweiten oder dritten Range stehenwerden: und die besten Meister bleiben unbekannt.

397 -

Unsre erste Freude bei einem Dichter ist, einemGedanken, einer Empfindung zu begegnen, die wir auchhaben, zum Beispiel Horaz, wenn er von seinem Landgutredet. Dann, dass er unsre Gedanken so hübsch sagt! er ehrt uns damit.

39 8 -

Stark sinnliche Menschen gewinnen ihre intellec-tuelle Kraft erst bei der Ebbe ihrer Nerven: das giebtihrer Production den schwermüthigen Charakter.

399 -

(Vgl. Vermischte Meinungen und Sprüche, Aph. 144; Morgenröthe, Aph. 50.)

Unser Leben soll ein Steigen sein von Hochebenezu Hochebene, aber kein Fliegen und Fallen, letzteresist aber das Ideal der Phantasiemenschen: höhere Augen-blicke und Zeiten der Erniedrigung. Diese schlimme Ver-wöhnung degradirt den allergrössten Theil des eignenLebens, zugleich lernen wir die andern Menschen, weilwir sie nicht in der Ekstase sehen, geringschätzen: esist ungesund, denn wir müssen die moralisch-ästhetischenAusschweifungen bezahlen. Bei tiefem, eingewurzeltemÜbelbefinden und innerem Missmuthe muss die Dosis Er-hebung immer stärker werden, wir werden zuletzt gleich-gültig gegen den Werth und nehmen mit der stärkstenErregung fürlieb. Verfall. Dieser Process ist in derGeschichte jeder Kunst sichtbar: das classische Zeitalterist das, wo Ebbe und Fluth einen sehr zarten Unterschiedmachen, und ein wohliges Gefühl von Kraft die Norm