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liehen Dingen zu eröffnen: bevor man noch recht be-griffen hat, dass, was hier so aufregend winkt, ein Irrlichtist, gaukelt schon wieder ein anderes vor den Sinnen.Die Vergleichungen, die Metaphern des Dichters sindvon ihm durchaus nicht als solche gegeben, sondern alsneue, bisher unerhörte Identitäten, vermöge deren einReich der Erkenntniss sich zu eröffnen scheint. Jeweniger noch darüber feststeht, was in der Natur wirk-lich wahr und erwiesen ist, um so stärker ist die Wir-kung des Dichters, um so grösser seine Schauspielerkunst,zeitweilig den Ergründer der Natur zu repräsentiren.Die Frage, wie weit etwas, das ein Dichter sagt, wahrist, ist eine Pedanterie. Aller Werth liegt gerade darin,dass es nur einen Augenblick wahr scheint, und diesgilt von seiner gesammten Weltbetrachtung, seiner mo-ralischen Ordnung, seinen moralischen Sentenzen ebensosehr wie von seinen Gleichnissen, seinen Charakteren,seinen Geschichten. Eine ernsthafte, der Wissenschaftzugehörige Meinung damit bekräftigen wollen, dass irgendein Tragiker etwas Ähnliches gesagt hat, ist eine Albern-heit: Dichter haben in Dingen der Erkenntniss immerUnrecht, weil sie als Künstler täuschen wollen und alsKünstler gar nicht das Bestreben nach höchster Wahr-haftigkeit verstehen; sagen sie zufällig etwas Wahres, soist ihre Autorität nicht geeignet, Glauben sondern Miss-trauen zu erwecken. Es ist ein solcher Genuss, dassder erkennen wollende Trieb auch einmal mit sich spieltund von einem Zweige zum andern hüpft, mit reizendenTönen und bunten Federchen geschmückt, — und wirsollten Narren sein und da ein Orakel erwarten, wo einVogel singt und tirilirt?