Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
268
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208

Kraft ohne Grenzen und zugleich mit allen Grenzen, diealle Relationen schafft, das wäre eine Kraft ohnebestimmte Kraft, ein Unsinn. Also die Beschränktheitder Kraft, und das immer weiter in Yerhältnisssetzendieser Kraft zu andern istErkenntniss. Nicht Subjectzu Object: sondern etwas anderes. Eine optische Täu-schung von Ringen um uns, die gar nicht existiren,ist die Voraussetzung. Erkenntniss ist wesentlich Schein.

2 10 .

(Vgl. Meinungen und Sprüche, Aph. 7, 8.)

Kaum spricht man von dennicht absoluten Wahr-heiten, so begehren alle Schwärmer wieder Eintritt odervielmehr: die gutmüthigen Seelen stellen sich ans Thorund glauben allen aufmachen zu dürfen: als ob der Irr-thum jetzt nicht mehr Irrthum sei! Was widerlegt ist,ist ausgeschlossen!

211.

Das Neue an unserer jetzigen Steilung zur Philo-sophie ist eine Überzeugung, die noch kein Zeitalterhatte: dass wir die Wahrheit nicht haben. Allefrüheren Menschenhatten die Wahrheit, selbst dieSkeptiker.

212.

(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 208.)

Ein Schritt weiter im Sinn für Wirklichkeit under unterdrückt den abenteuernden Sinn, den Flug insFreie, es erscheint als unerlaubt, auf so weniges Wissen,auf so schwache Analogien hin zu behaupten und aufdie Behauptungen hin zu vermuthen. Die spontane Über-kraft geht im Joch der Vorsichtsmaassregeln. Aufsamm-lung des Materials, Skepsis in der Beurtheilung der