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I 2 I .
Die moralischen Vorurtheile sind immer noch un-entbehrlich: es ist zu bedauern, dass man sie noch nichtentbehren kann, denn die Kräftigung, die sie geben,unterhält die Schwäche und Unkraft, gegen welche sieals Medicin eingenommen werden, am sichersten.
122 .
Da die Moral eine Summe von Vorurtheilen ist, sokann sie durch ein Vorurtheil aufgehoben werden.
123.
(Vgl. oben S. 40, Sorrentiner Papiere, Apk. 6.)
In der Wissenschaft der speciellsten Art redet manam bestimmtesten: jeder Begriff ist genau umgrenzt.Am unsichersten wohl in der Moral: jedermann empfindetbei jedem Worte etwas anderes, und je nach Stimmung,hier ist die Erziehung vernachlässigt, alle Worte habeneinen Dunstkreis, bald gross, bald eng werdend.
124.
Nur zu solchen über Moral zu sprechen,' welche sichmit der Lebensweise vieler Thiere vertraut gemacht haben.
125-
Das allgemeine Glück oder die allgemeine Nächsten-liebe sind Resultate, welche vielleicht durch fort-währendes Wachsen der Moralität erreicht werden können(vielleicht auch nicht!). Nichts von den menschlichenErrungenschaften wieder fahren lassen und immer diejeweilige Höhe der Menschheit festhalten, das ist viel-leicht eine Folge der allgemeinen Moralität (eine Be-gleit-Erscheinung); aber das, was die Menschen zu mo-