und Cultur und Gewohnheiten in die Landschaft. — Undebenso sehen wir auch andre Charaktere: sie sind fürmich etwas anderes als für dich: Relationen und Phantas-men, unsre Grenzen gegen einander sind darin. — Washeisst da Gerechtigkeit! Die Fülle der Relationen wächstfortwährend, alles was wir sehen und erleben, wirdbedeutungstiefer. Beim Anblick der Sonne zum Bei-spiel. — Aber eine Unzahl von alten Bedeutungen undSymbolen sterben auch fortwährend ab, es entleertsich zugleich, — und wenn wir auf dem Wege der Ge-rechtigkeit sind, so sterben die willkürlichen phantastischenAuslegungen, womit wir den Dingen wehe und Gewaltthun: denn ihre wirklichen Eigenschaften haben einRecht, und endlich müssen wir das höher ehren als uns.
41.
Die Gefährlichkeit der Kunst besteht darin, uns andie eingebildeten Dinge zu gewöhnen, ja ihnen einehöhere Schätzung zuzusprechen: die Halb Wahrheiten, dieblendenden Einfälle vorzuziehn, kurz den Glanz und denEffect der Dinge als Beweis ihrer Güte, ja ihrer Realitätgelten zu lassen. „Zur Vollkommenheit gehört die Realität“,dieser Denkfehler ist sehr oft gemacht worden. „Waswir stark bewundern, muss wahr sein.“
42.
Es ist vollkommen falsch, dass die grossen Geisterwesentlich gleich über das Dasein und den Menschengeurtheilt hätten. Diese Gleichheit nachzuweisen geht manvom Glauben aus, dass die Genies dem Wesen der Weltnäher stünden und insofern auch richtiger, das heisstgleichmässiger sagen müssten, was sie sei. Aber die