Aus der Seele
der Künstler und Schriftsteller.
Wenn ein griechischer Künstler sich seine Zuhörerund Zuschauer vor die Seele stellte, so dachte er nichtan die Frauen (weder an die Mädchen, wie die deutschenRomanschreiber, noch an die jungen Frauen, wie allefranzösischen Romanschreiber, noch an die alten, wie dieenglischen Romanschreiber), auch dachte er nicht an das„Volk“, an die grosse Masse, welche arbeitend undschwätzend die Strassen und Werkstätten seiner Vater-stadt füllte: es waren die Sclaven; am wenigsten an dieBauern ringsumher, sowie die Fremden und zeitweiligAngesiedelten seines Heimwesens; sondern allein jeneHunderte oder Tausende von regierenden Männern stan-den vor ihm, die eigentliche Bürgerschaft seines Orts,also eine sehr kleine Minderheit der Einwohnerschaft, aus-gezeichnet durch eine gleiche Erziehung und ähnlicheAnsprüche in allen Dingen. Der Blick auf eine so festeund gleichartige Grösse gab allen seinen Schriften einesichere Culturperspective: etwas, das heutzutage zumBeispiel allen fehlt, die an den Zeitungen arbeiten.
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Das Ideale bei Schiller, sein Bild — eine falscheAntike wie die Can ova’s, etwas zu glasirt, weich, durch-