148
28.
Der Künstler wähnt, er habe durch seine grossenGeschenke sich die Seele gekauft: aber er hat sie nurumfänglich gemacht, um noch grössere Geschenke vonandern Seiten her aufzunehmen und den angebotenenKaufpreis als viel zu gering zu achten.
29.
„Veredelung des Luxus, nicht Abschaffung“ erstrebendie Künstler — klagen die Idealisten. Aber das, wasman Abschaffung nennt (Verflüchtigung, Sublimirung istes), geschieht doch auf jenem Wege. Das Überflüssige istdie Voraussetzung alles Schönen.
So-lch kenne kein Mittel, um etwas Gutes zu erkennen,als selber etwas Gutes zu machen. Dies giebt uns Flügel,mit denen sich zu manchem entlegenen Neste, in demGutes sitzt, fliegen lässt.
3i-
Der Dichter lässt seinen Geist für sein Herz gelten,der Denker trägt unvermerkt sein Herz in seinen Geist;ersterer als Schauspieler.
32.
Das Warten auf die Anerkennung der Zukunft hatnur Sinn, wenn die Menschheit unverändert bleibt. —So hiess es nur: in seiner historischen Vereinsamungeinmal begriffen werden.