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7 - ♦
Perennirendes Misstrauen gegen sogenannte mora-lische Handlungen. Der Mensch handelt, wie er sich amwohlsten fühlt.
Ausnahmsweise trotziges selbstverachtendes Höhen-luftgefühl der Moralität.
Goethe definirt die Pflicht: „wo man liebt, wasman sich selbst befiehlt“. Gewöhnlich: „wo man sich be-fiehlt, was man liebt“.
9 -
Verkleinerungssucht als nützlich. — Nichtwenige Menschen haben, um ihre Selbstachtung und einegewisse Tüchtigkeit im Handeln aufrecht zu erhalten,durchaus nöthig, alle ihnen bekannten Menschen in ihrerVorstellung herabzusetzen und zu verkleinern. Indemwir alle den Vortheil jener Tüchtigkeit haben, müssenwir das nothwendige Werkzeug dazu, den Neid und dieVerkleinerungssucht, wohl oder übel gut heissen.
10.
Wer dem Verstand nicht zu trauen wagt, sucht ihnzu verdächtigen. Die Gefühls-Menschen.
11 .
Wie sehr wir auch die Moralität zersetzen, unsreeigene, im ganzen Wesen eingenistet, kann dabei nichtzersetzt werden. Unsre Art, wahr und unwahr zu sein,bleibt undiscutirbar. Der Ton des Suchens ist einer, undder Ton des Habens ist ein anderer.