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schöne Zukunft und erreicht sie, wenn jene erst in ihreendliche Dämmerung eingegangen sind“ — so werdeich damals mein Glaubensbekenntnis formulirt haben.
Damals glaubte ich, dass die Welt vom ästhetischenStandpunkt als ein Schauspiel und als Poesie von ihremDichter gemeint sei, dass sie aber als moralisches Phänomenein Betrug sei: weshalb ich zu dem Schlüsse kam, dassnur als ästhetisches Phänomen die Welt sich rechtfertigenlasse.
16.
Wenn ich auf den Gesammtklang der älteren griechi-schen Philosophen hinhorchte, so meinte ich Töne zuvernehmen, welche ich von der griechischen Kunst, undnamentlich von der Tragödie gewohnt war zu hören.In wie weit dies an den Griechen, in wie weit aber auchnur an meinen Ohren (den Ohren eines sehr kunst-bedürftigen Menschen) lag, — das kann ich auch jetztnoch nicht mit Bestimmtheit aussprechen.
17-
Darstellung der Geburt der Tragödie: schwe-bende Wolken-Guirlanden, weisse bei Nachthimmel, durchwelche Sterne hindurchschimmern — undeutlich allzudeut-lich geisterhaft erhelltes Thal.
18.
Der Vergleich der Symphonie, dritter Act Tristan,in der „Geburt der Tragödie“ undeutlich und hochtrabend,wie ich damals nach Wagner’s Vorbilde mich auszudrückenliebte.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI. 7