1871 erschienenen ,,Acta societatis philologicae Lipsiensis“ (Band I1—23) eine kritische Ausgabe des „Certamen quod dicitur Homeriet Hesiodi e Codice Florentine) post Henncnm Stephanum“.
Der Plan dieser Schrift beschäftigte Nietzsche seit 186g,der erste Entwurf stammt aus dem Herbst 1871, das ausgeführtezweite Capitel ist im Juli 1872 niedergeschrieben. In der Reiheder auszuführenden Bücher taucht der „Wettkampf“ in dennächsten Jahren, in denen sich die Entwürfe durcheinander-drängen, öfter auf. Nietzsche selbst schätzte diese Ideen hochund betrachtete sie als grundlegend für seine Auffassung desGriechenthums.
Die ganz ungeordneten Gedanken des ersten Entwurfssind, mit Weglassung der in das ausgeführte zweite Capitel auf-gegangenen, in die von Nietzsche selbst fixirte Disposition vomHerausgeber eingeordnet worden. Das zweite Capitel ist nicht nachder „ersten vorläufigen Niederschrift“ vom 21. Juli 1872, sondernin der stilistisch vielfach geänderten Fassung gedruckt, die ihmNietzsche um Weihnachten 1872 gegeben hat, als er es in die„Fünf Vorreden“ einreihte.
Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten.
In diesen Vorträgen führt Nietzsche Ideen aus, die schonin früheren bis in’s Jahr 1867 zurückreichenden Aufzeichnungenanklingen. (Vgl. Biographie Band I, Anhang.) Bereits imFrühjahr 1870 findet sich „Die Zukunft unserer Bildungs-anstalten“ als Titel eines zu schreibenden Buchs vermerkt. ImHerbst 1871 fasst er den Plan zu den „Vorträgen“ undzeichnet, während er noch mit dem Abschluss der „Geburtder Tragödie“ beschäftigt ist, die ersten Gedanken auf. UmWeihnachten begann er die eigentliche Arbeit; am 16. Januar,6. und 27. Februar, 5. und 23. März wurden die fünf erstenVorträge im Saal des Museums zu Basel gehalten. Eine Er-kältung Nietzsche’s und der Schluss des Wintersemesters ver-hinderten, dass der sechste Vortrag zu Stande kam. Dafür