„Gerade dieser ist es.“
„Aber dieser Platz gehört heute Abend uns beiden“,rief mein Freund dazwischen. „Wir müssen diesen Platzhaben“, riefen wir beide.
Unsre längst beschlossene Festfeier war uns augen-blicklich wichtiger als alle Philosophen der Welt, undwir drückten so lebhaft und erregt unsre Empfindungaus, dass wir uns, mit unserm an sich unverständlichen,aber so dringend geäusserten Verlangen, vielleicht etwaslächerlich ausnah men. Wenigstens sahen uns unsre philo-sophischen Störenfriede lächelnd und fragend an, als obwir nun, zu unsrer Entschuldigung, reden müssten. Aberwir schwiegen: denn wir wollten am wenigsten uns ver-rathen.
Und so standen sich die beiden Gruppen stummgegenüber, während über den Wipfeln der Bäume einweithin ausgeg'ossnes Abendroth lag. Der Philosophsah nach der Sonne zu, der Begleiter nach dem Philo-sophen und wir beide nach unserm Versteck im Walde,das für uns gerade heute so gefährdet sein sollte. Eineetwas grimmige Empfindung überkam uns. Was ist allePhilosophie, dachten wir, wenn sie hindert, für sich zusein und einsam mit Freunden sich zu freuen, wenn sieuns abhält, selbst Philosophen zu werden. Denn wirglaubten, unsre Erinnerungsfeier sei recht eigentlichphilosophischer Natur: bei ihr wünschten wir für unsreweitere Existenz ernste Vorsätze und Pläne zu fassen;in einsamem Nachdenken hofften wir etwas zu finden,was in ähnlicher Weise unsre innerste Seele in der Zu-kunft bilden und befriedigen sollte, wie jene ehemaligeproductive Thätigkeit der früheren Jünglingsjahre. Geradedarin sollte jener eigentliche Weiheact bestehen; nichtswar beschlossen als gerade dies: einsam zu sein, nach-