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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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nur: sich auseinander falten. Man halte nur die Wüsteund die Qual des Heiligen für nothwendige Voraus-setzung der Verzückung.

Die Einwirkung des Genius ist gewöhnlich, dass einneues Illusionsnetz über eine Masse geschlungen wird,unter dem sie leben kann. Dies ist die magische Ein-wirkung des Genius auf die untergeordneten Stufen.Zugleich aber giebt es eine aufsteigende Linie zum Genius:diese zerreisst immer die vorhandenen Netze, bis endlichim erreichten Genius ein höheres Kunstziel erreicht wird.

8. Charakter.

Was ist das für eine Fähigkeit, die zu impro-visiren aus einem fremden Charakter heraus?Von einem Nach ahmen ist doch nicht die Rede: dennnicht die Überlegung ist der Ursprung solcher Impro-visationen. Wirklich ist zu fragen: wie ist eine Ein-kehr in fremde Individualität möglich?

Dies ist zunächst Befreiung von der eignen Indivi-dualität, also sich Versenken in eine Vorstellung. Hiersehen wir, wie die Vorstellung im Stande ist, die Willens-äusserungen zu differenziren: wie aller Charakter eineinnerliche Vorstellung ist. Diese innerliche Vorstellungist offenbar nicht identisch mit unserm bewussten Denkenüber uns.

Diese Einkehr in fremde Individualität ist nunKunstgenuss ebenfalls, das heisst: die Willens-

äusserungen werden durch eine immer sich ver-tiefende Vorstellung endlich andere, das heisst diffe-renzirt und schliesslich zum Schweigen gebracht.

Die Verstellung, im Dienste des Egoismus, zeigt jaauch die Macht der Vorstellung, die Willensäusserungenzu differenziren.

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